Günzburger Zeitung vom 9.5.2017

Grundschüler spielen jetzt fair

Was die neuen Bälle in Günzburg so besonders macht und warum Kinder und Lehrer sie jetzt bewerten sollen

 

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Die Fairtrade-Stadt Günzburg, vertreten durch Oberbürgermeister Gerhard Jauernig, Angelika Fischer (Sprecherin der Steuerungsgruppe), Jutta Kaufmann (Fairtrade-Koordinatorin im Rathaus) und Ursula Seitz (Mitglied der Steuerungsgruppe), hat die Günzburger Grundschulen mit fairen Bällen ausgestattet. Die Fußballmannschaft der Grundschule Reisensburg durfte die Bälle stellvertretend im Beisein von Rektorin Heidrun Rebenstorff entgegennehmen.

Foto: Sabrina Schmidt/Stadt Günzburg

Die Fairtrade-Stadt Günzburg hat alle Grundschulen im Stadtgebiet mit fair hergestellten Sportbällen ausgestattet. Damit setzt Günzburg ein weiteres sichtbares Zeichen für fair gehandelte Produkte und gegen ausbeuterische Kinderarbeit.

Im vergangenen Jahr hatte die Stadt Günzburg bereits die Handballabteilung des VfL Günzburg mit fairen Bällen ausgestattet. „Das ist gut investiertes Geld“, betont Oberbürgermeister Gerhard Jauernig. Mit den fairen Bällen würden Arbeiter in der Dritten Welt unterstützt. Gleichzeitig profitierten die Grundschüler von neuen Trainingsgeräten. „Es ist gut, wenn sich Schüler bewegen können. Mit Bällen geht das meist am besten“, so Jugendreferentin Ursula Seitz. Erst vor wenigen Monaten hatte die Stadt ihren Titel als Fairtrade-Stadt erneuern können, berichtet Angelika Fischer, die Sprecherin der Fairtrade-Steuerungsgruppe. „Bälle braucht man immer; der Verschleiß ist recht groß“, betont Heidrun Rebenstorff, die Leiterin der Grundschule Reisensburg, wo die ersten Bälle symbolisch übergeben wurden. Viele Schulen bestellen fast jedes Jahr ein paar neue Bälle für den Sportunterricht. Die meisten dieser Bälle werden in Pakistan produziert.

Bis in die 1990er-Jahre machten das oft Kinder, um damit ihre Eltern und die Familie zu unterstützen. Bei fair gehandelten Bällen kommt keine Kinderarbeit zum Einsatz und die Näherinnen verdienen zwischen 20 und 40 Prozent mehr je Ball. Möglich sei das, weil bei diesen Bällen kaum Geld für Werbung gemacht und zudem auf Zwischenhändler verzichtet werde. „Deshalb sind die fair gehandelten Bälle auch nicht wesentlich teurer als andere“, so Fischer. Geht es nach der Günzburger Stadtverwaltung, so sollen die Sportbälle in den nächsten Wochen intensiv von den Schülern und ihren Lehrkräften getestet werden. Auf Bewertungsbögen, die die Stadt vorbereitet hat, können die Schüler die Bälle dann benoten. „Wenn die Sportbälle gut angenommen werden, wollen wir auch die weiteren Schulen in Günzburg mit fairen Bällen ausstatten“, sagt Jauernig. „Die Aktion könnte dann Schule machen.“ (zg)